Neue Maßnahmen erhöhen den Druck – und die Anforderungen an Unternehmen
Mit dem 21. Sanktionspaket vom 23. Juli verschärft die Europäische Union (EU) ihre Maßnahmen gegen Russland erneut. Im Fokus stehen insbesondere der Finanz- und der Energiesektor sowie die russische Schattenflotte.
Für Unternehmen bedeutet dies: Sanktions-Compliance bleibt eine kontinuierliche Aufgabe. Neue Listungen und regulatorische Änderungen können bestehende Geschäftsbeziehungen, Zahlungsströme, Lieferketten und Transportwege unmittelbar beeinflussen.
Die wichtigsten Eckpunkte:
– 94 russische Banken und Finanzinstitute
Vermögen von inzwischen 94 russischen Banken und Finanzinstituten wurde mit Vermögenssperren belegt. Für Unternehmen ist damit eine sorgfältige Prüfung von Geschäftspartnern und Finanztransaktionen weiterhin unerlässlich.
– Ölpreisdeckel-Mechanismus bis Juli 2027
Der Ölpreisdeckel-Mechanismus wurde bis Juli 2027 ausgesetzt. Die Maßnahmen unterstreichen die anhaltende Bedeutung von Sanktionen im internationalen Energiehandel und für Unternehmen entlang der Lieferketten.
– 632 Schiffe der russischen Schattenflotte
Die Sanktionsliste umfasst mittlerweile 632 Schiffe, die der russischen Schattenflotte zugerechnet werden. Damit gewinnt insbesondere die Prüfung von Transportwegen, Schiffen und weiteren tangierenden Akteuren an Bedeutung.
Was bedeutet dies für Unternehmen?
Sanktionsrisiken entstehen nicht ausschließlich beim direkten Geschäft mit sanktionierten Unternehmen oder Personen. Auch indirekte Geschäftsbeziehungen, Finanzströme, Lieferketten und Transportwege können betroffen sein.
Unternehmen sollten deshalb regelmäßig prüfen:
– Sind unsere Geschäftspartner weiterhin von Sanktionen betroffen oder freigestellt?
– Haben sich Sanktionslisten oder Eigentumsverhältnisse verändert?
– Sind Zahlungen und Finanzierungsstrukturen weiterhin zulässig?
– Sind Transportwege, Schiffe sowie tangierende Parteien ausreichend geprüft?
– Können wir kurzfristig auf neue Sanktionsmaßnahmen reagieren?
Die zunehmende Dynamik internationaler Sanktionen zeigt: Compliance ist kein einmaliger Prüfprozess.
Unternehmen benötigen aktuelle Informationen, klare Verantwortlichkeiten und belastbare Prozesse, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen sowie angemessen darauf reagieren zu können.
Wer seine Sanktionsprozesse regelmäßig überprüft und an neue regulatorische Anforderungen anpasst, kann Risiken reduzieren und gleichzeitig die eigene Handlungsfähigkeit sichern.
Sanktionen ändern sich. Ihre Compliance-Prozesse sollten Schritt halten!
Wir unterstützen Sie dabei, aktuelle Anforderungen zu bewerten, Risiken in Geschäftsbeziehungen und Lieferketten zu identifizieren und geeignete Compliance-Prozesse zu etablieren.
Sprechen Sie uns gerne an.